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Der Solidarpakt der Friseure für Krebspatienten (SPFfK) engagiert sich für eine bessere Versorgung mit Zweithaar. Sein Leitsatz: Qualität vor Quantität.

von Siggi Ebenhoch

Initiator und Gründungsmitglied des SPFfK und sein heutiger Vorsitzender ist Friseurmeister Siggi Ebenhoch aus Hochheim am Main. Er wollte sich nicht damit abfinden, dass Krebspatienten während der Chemotherapie, also in einer ohnehin schwierigen Situation, mit Haarersatz leben sollten, der wie ein Ersatzteil aussieht und wie ein Kleidungsstück verkauft wird: Perückenkarton aufmachen, aufsetzen, fertig. Wenn tatsächlich noch etwas am Ponny geschnitten wurde, bezeichneten sich - so die Beobachtung - diese Verkäufer als Spezialisten. Zudem hatte er auch immer wieder Ärger mit manchen Krankenkassen, die eine Billigversorgung für ausreichend hielten. Siggi Ebenhoch wollte hier Abhilfe schaffen: Sein Ziel war es, für eine bessere Qualität der Perücken und eine optimale Kompetenz der Anbieter zu sorgen. Nur so könne ein exzellenter Service für die Betroffenen sichergestellt sein. Gleichzeitig wollte er bei den Krankenkassen für mehr Verständnis werben. Namhafte Mitstreiter konnte er für sein Anliegen gewinnen - die Geburtsstunde des SPFfK. Alle Gründungsmitglieder sind Welt-, Europa- oder Deutsche Meister; auch ein renommierter Zweithaarproduzent gehört dazu. Ihnen gemeinsam ist überdurchschnittliches Engagement und ihr Anspruch, auf höchstem Nivea zu arbeiten und sich ständig weiterzuentwickeln.

Freundschaft und Austausch

Ständig halten seine Mitglieder Augen und Ohren offen, um Marktneuheiten, neue Materialien zum Beispiel, zu entdecken, die sie ihrem Ziel näherbringen. Während der regelmäßigen Tagungen werden darüber auch die Verbandskollegen informiert. "Darüber hinaus", erzählt Gründer Ebenhoch, "sind es echte Arbeitstreffen." Freundschaften verbinden die Mitglieder und das Gefühl, gemeinsam für eine gute Sache zu kämpfen. Daher verrät auch jeder frank und frei seine Tipps, seine Entdeckungen und die Ergebnisse eigener Tüfteleien. Damit das auch in Zukunft so harmonisch funktioniert, soll der Verband die Zahl von 60 Untern4ehmen nicht überschreiten. Nur so könne jeder von jedem profitieren. "Wir haben im SPFfK auch keine Gewinnabsichten und kommen darum mit einem Monatsbeitrag von 25 Euro aus", so Siggi Ebenhoch.

Spezielle Technik entwickelt

"Keine einzige Fertigperücke passt perfekt", weiß der Experte aus langen Berufsjahren. Stets ist der Kopf des Kunden zu klein oder zu schmal, sind die Ohren zu hoch oder zu tief angesetzt, die Kopfform zu schmal oder zu breit; das Nackenhaar ist zu lang, die Haarpracht zu dick und der Ponny zu üppig. Also müssen Zweithaarprodukte angepasst werden, um aus ihnen tragbare, schicke, individuelle Frisuren zu machen. Aus dieser Notwendigkeit heraus entwickelte Siggi Ebenhoch für Fertigperücken eine spezielle Präparationstechnik: das Solieren. Dieses Verfahren folgt festen Regeln. Da wird nach Plan geschnitten, effiliert, gedampft - rund eineinhalb Stunden lang. "Ich verspreche der Kundin eine schöne Frisur - und sie kriegt seinen schönen, schicken, modischen Look!", sagt der Friseurmeister selbstbewusst. Sein Ziel: Die Kundinnen sollen ihren Haarersatz mit einem Lächeln tragen, selbstbewusst und glücklich. Darauf gibt Siggi Ebenhoch ihnen in seinem Geschäft sogar eine "Gefallensgarantie": Gefällt die fertig geschnittene Perücke nicht, muss die Kundin sie auch nicht nehmen.
Aber die Fälle, in denen die Gewährleistung zum Tragen kam, lassen sich an einer Hand abzählen. Obgleich immer neue Probleme auftauchen, macht Siggi Ebenhoch weiter mit ungebremstem Engagement. Unterstützt wird er dabei von seinen Verbandskollegen: "Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit meiner Freunde im SPFfK würden wir diese Arbeit nicht leisten können!"

Aktivitäten des SPFfK

  • Halbjährige Tagungen
  • Verleihung des "Fürsorgepreises" an Krankenkassen, die dem Verband positiv aufgefallen sind
  • Informationsprogramm "Freunde für Freunde": Mitglieder dürfen einen Tag lang anderen Kollegen im praktischen Arbeitsleben über die Schulter schauen
  • Schulung in der Soliertechnik, einem Präparationsverfahren, das es ermöglicht, Kundenwünsche exakt zu erfüllen
  • Solierprüfung, nach deren Bestehen man mit dieser Qualifikation werben darf
  • Hotline, über die man bei fachüblichen Problemen einen Kollegen um Rat fragen kann
  • Spezielle SPFfK-Perücke, die im Echthaarbereich verwendet wird
  • Musterprozesse, um die Rechte der Patienten zu stärken
  • SPFfK-Prospekte als Infomaterial für Krankenhäuser

Mehr Infos unter: www.spffk.de

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